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Die Gürteltiere (Cingulata), in Costa Rica Armadillos genannt, bilden eine urtümliche Säugetierordnung der Nebengelenktiere (Xenarthra), die vor etwa 50 Millionen Jahren entstand. Heute existieren noch 20 Arten. Unter den in Costa Rica lebenden Säugetierarten gibt es zwei Gürteltierarten, unter denen das Neunbindengürteltier (armadillo oder cusuco), das fast ganz Süd- und Mittelamerika bis einschließlich der südlichen USA bewohnt, am bekantesten ist. Ihre nächsten Verwandten sind die Ameisenbären und Faultiere.

Der schützende Panzer des Gürteltieres, welches eine Länge von 36-57 Zentimeter (und dabei ein Gewicht von nur 3-5 Kilogramm) erreicht, ist in 7-10 Gürtel unterteilt. Wie die Ameisenbären ernährt es sich vor­wiegend von Ameisen und anderen Insekten. Wegen seines wohlschme­ckenden Fleisches wurde und wird es vom Menschen gejagt.

In Costa Rica kommen mit dem Mittelamerikanischen Nacktschwanzgürteltier (lat.: Cabassous centralis) und dem Neunbinden-Gürteltier (lat.: Dasypus novemcinctus) nur zwei Arten Gürteltiere vor.

 

Lebensraum allgemein

Gürteltiere kommen ausschließlich auf dem amerikanischen Kontinent vor, wobei das Vorkommen der meisten Arten auf das südliche Südamerika (Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien) beschränkt ist. In Mittelamerika, und damit auch in Costa Rica, finden sich lediglich zwei Arten, darunter die bekannteste Gürteltierart, das Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus), das fast ganz Süd- und Mittelamerika bis einschließlich der südlichen USA] bewohnt. Die Vorfahren der Nord- und Mittelamerikanischen Arten sind vermutlich erst nach dem Entstehen der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika aus Südamerika eingewandert. Gürteltiere bevorzugen trockene Lebensräume wie Halbwüsten, Savannen und Steppen.

 

Körperbau

Wie alle Gürteltiere sind Neunbinden-Gürteltiere durch die Panzerung gekennzeichnet, die drei getrennte Abschnitte umfasst: eine Platte an der Oberseite des Kopfes, eine weitere am Becken und eine durch Bänder oder Segmente unterteilte Rückenpanzerung. Trotz des Namens kann die Anzahl der Segmente bei diesen Tieren zwischen sieben und elf betragen. Der Panzer ist meist braun gefärbt, die Unterseite ist heller. Neunbinden-Gürteltiere haben eine lange, fast schweineartige Schnauze und lange Ohren. Schneide- und Eckzähne fehlen, die 28 bis 32 vorhandenen Zähne sind einfach gebaut und stiftartig. Die Beine sind relativ kurz, die Vorderfüße tragen vier und die Hinterfüße fünf Zehen, die alle mit scharfen Krallen versehen sind. Der 24 bis 37 Zentimeter lange Schwanz ist von 15 bis 25 Knochenringen umgeben. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 30 bis 55 Zentimetern und ein Gewicht von 3 bis 8 Kilogramm, wobei Männchen etwas schwerer werden als Weibchen. Das Tier hat außerdem eine auffallend niedrige Körperkerntemperatur (etwa zwischen 34 und 36 °C, mit großen Schwankungen).

 

Lebensweise

Neunbinden-Gürteltiere leben in selbst gegrabenen Bauen, die bis zu 7 Meter lang werden und in einer großen, oft mit Gras oder Blättern gepolsterten Kammer enden. Oft findet man mehrere Tiere in einem Bau, aber meist nur Individuen des gleichen Geschlechts. Manchmal teilen sie sich ihren Bau mit anderen Tierarten wie Stinktieren oder Beutelratten. Sie kommen in verschiedenen Habitaten vor, bevorzugen jedoch dicht bewachsene Regionen, wie Buschland oder Wälder. Sie sind nicht territorial und haben kein festes Revier, manchmal finden sich bis zu 12 Individuen auf einem Quadratkilometer.

Diese Tiere verbringen den Tag in ihren Bauen und begeben sich in der Nacht auf Nahrungssuche. Dabei verlassen sie sich in erster Linie auf ihren Geruchssinn, sie schnüffeln mit ihrer langen Schnauze in Bodennähe und geben grunzende Geräusche von sich. Im Verteidigungsfall verlassen sie sich nicht auf ihre Panzerung, sondern suchen ihr Heil in der Flucht. Sie versuchen, ihren Bau zu erreichen und verstopfen den Eingang korkenartig mit ihrem Beckenpanzer. Neunbinden-Gürteltiere haben zwei Möglichkeiten, Gewässer zu überqueren: Flache, schmale Gewässer werden einfach am Grund durchwandert, größere Gewässer überqueren sie schwimmend, zu diesem Zweck pumpen sie Luft in ihren Verdauungstrakt.

 

Nahrung

Neunbinden-Gürteltiere sind in erster Linie Fleischfresser. Sie nehmen Insekten, vorzugsweise Ameisen und Käfer, zu sich, daneben verzehren sie auch kleine Wirbeltiere, Vogeleier und Aas. Früchte und Beeren komplettieren den Speisezettel.

 

Das Verhältnis zum Menschen

Als einzige Gürteltierart hat das Neunbinden-Gürteltier sein Verbreitungsgebiet seit der Ankunft der Europäer in Nordamerika drastisch ausweiten können. Das Verhältnis der Menschen zu diesen Tieren ist ein zwiespältiges: einerseits werden sie geschätzt wegen ihres Fleisches und weil sie Insekten vertilgen. Andererseits werden sie verfolgt, da sie gelegentlich Felder umgraben und Vogeleier fressen, allerdings machen diese nur einen Bruchteil ihrer Nahrung aus. In der medizinischen Forschung spielen diese Tiere eine wichtige Rolle: Da Gürteltiere das Leprabakterium Mycobacterium leprae in sich tragen können, werden Behandlungsmethoden und Impfstoffe an ihnen getestet. Insgesamt ist diese Tierart weit verbreitet und nicht bedroht.

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