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Die Semana Santa hat mich wieder in den Corcovado geführt. Diesmal die grosse Tour: La Leona - Sirena - San Pedrillo - Bahía Drake.


Zunächst zum ersten Abschnitt: 
Die Strecke Carate - Sirena kannte ich ja schon, so dass es für mich nicht neu war. Dennoch besteht Anlass für einige Anmerkungen. Diesmal war das Problem mit Ebbe und Flut nicht sonderlich gross. Ich war natürlich diesmal besser vorbereitet. Die Fluttabelle für die betreffenden Tage sollte man schon bei Reservierung nachfragen, zumindest aber in La Leona einen Blick darauf werfen, um zumindest eine Idee davon zu haben. Ich hab mir Flut + Ebbe für alle betr. Tage notiert. 
Auch diesmal sassen wieder Leute im colectivo, die aufs Geradewohl in den Corcovado fuhren ohne Reservierung und ohne Geld, na ja, die wurden gleich wieder in La Leona zurückgeschickt. Eine Wanderung im Corcovado erfordert eben mehr Vorbereitung als in anderen Nationalparks. Und bitte: Man kann in den Stationen NICHT mit Kreditkarte bezahlen (wir sind ja nicht in Walt Disney!), sondern nur in BAR. 
In La Leona wurden einige Modernisierungen vorgenommen. Es gibt nun elektrisches Licht auf der Toilette und in den Duschen, die zumindest einen neuen Anstrich bekommen haben. 

Bereits auf der Strecke La Leona nach Sirena (16 km) kann man viele Tiere sehen, v.a. rote Aras. Nach etwa 1½ h straffen Fußmarsches erreicht man Punta La Chancha, wo einige Strandabschnitte bei Flut etwas eng werden. Jedoch gibt es gerade bei den bei Flut kritischen Abschnitten immer einen Wanderweg im Wald, der zwar durchaus steil sein kann, der aber zumindest weiterführt. An der Punta Salssipuedes ist der Weg bei Flut am Strand unmöglich! Am Strand selbst kann es etwas mühsam sein, da der lockere Sand bremst und beim Laufen hinderlich ist.

 

Der zweite Teil der Corcovado- Wanderung war neu für mich. Es sollte von Sirena nach San Pedrillo und weiter nach Bahía Drake gehen. 

Problematisch zwischen Sirena und San Pedrillo ist nicht nur die Länge der Wegstrecke (25 km), sondern insbesondere die 3 zu überquerenden Flüsse, der Río Sirena, der Río Corcovado und der Río Llorona. Denn Río Sirena und Río Llorona können nicht bei Flut zu Fuss überquert werden. Wer will schon mit seinem Gepäck und Fotokamera o.ä. absaufen oder von den Haien und Krokodilen gefressen werden? Die Strecke ist deshalb nur zwischen Dezember und April geöffnet, in der Regenzeit sind die Flüsse wohl ohnehin zu hoch. 

Die Distanzen sind dabei folgende (ca.): Von der Station Sirena zum Río Sirena etwa 1 km, zwischen Río Sirena und Río Corcovado 7 km, zwischen Río Corcovado und Río Llorona 10 km und zwischen Río Llorona und San Pedrillo 7, 5 km. 

Insgesamt sollte man für die Wanderung 11 bis 12 h veranschlagen. Das Problem mit den Flüssen ist, dass man an jedem zu einer verschiedenen Zeit und zu verschiedenen Ebbe-/Flutzeiten ankommt und den 1. + 2. vielleicht noch gut überqueren kann, nicht aber den 3. oder aber umgekehrt gleich am Anfang Probleme hat. 

Auf unserer Wanderung war abends um 8 Uhr Ebbe, um 2 Uhr nachts Flut, um 8 Uhr morgens Ebbe und um 2.30 Uhr nachmittags Flut. 
Die guardaparques empfahlen uns, um 3 Uhr nachts den Fluss Río Sirena bei Flut mit dem Boot zu überqueren, um dann an den anderen Flüssen bequem rüberzukommen. Na ja, man stelle sich bitte vor: Nachts um 3 Uhr bei Flut mit einem Boot durch einen Fluss mit Haien und Krokodilen und dem Gepäck, also wer einen zusätzlichen Schuß Adrenalin braucht, soll das machen. 
Wir entschieden uns, schon am Abend früher loszulaufen: nämlich um 9 Uhr, als noch Niedrigwasser war. Der Río Sirena liess sich bequem überqueren, das Wasser reichte bis zu den Knien. Danach liefen wir 1 h bis 10 Uhr und stellten das Zelt an der Playa Corcovado auf, wo wir einige Stunden schliefen. 
Später setzte die Flut ein. Ihren Höhepunkt erreichte sie gegen 2 Uhr nachts. Um 3 Uhr nachts zogen wir weiter. Es schien der Vollmond und der Strand war gut zu sehen. Langsam zog sich dann das Meerwasser zurück. Früher als erwartet gelangten wir gegen 4.30 Uhr an den Río Corcovado. Hier schossen Wassermengen Richtung Meer, denn der Fluss hatte sich während der Flut gut gefüllt (Bei Flut reicht das Wasser bis zum Hals!). Wir warteten ½ Stunde und überquerten den Fluss gegen 5.15 Uhr, als es zu dämmern begann. Nun setzten wir die Wanderung an der Playa Llorona bei Ebbe fort. Hunderte kleiner Krabben huschten über den breiten Strand. Im Sand fanden sich Spuren eines Jaguars. In der Ferne konnte man Punta Llorona erkennen. 
Gegen 7.30 Uhr kamen wir an den Río Llorona. Ein riesiges Delta bildet dieser Fluss, Wellen zeichneten sich im Sand ab, bei Flut steht hier alles unter Wasser und der Fluss wird zum unüberwindlichen Hindernis. 
Nach Überqueren des jetzt nur knöcheltiefen Flusses machten wir Frühstückspause mit Papageien in den Bäumen bei ihren Almendros, aber aggressiven Purrujas im Sand. 
Punta Llorona ist ein schönes Stückchen Corcovado, am Strand findet man Piedra El Arco, einen Stein, der einen Torbogen formt und weiter in Richtung der Felsen stürzt ein Wasserfall auf den Strand (bei Ebbe; bei Flut ins Meer). 
Um 8.30 Uhr setzten wir die Wanderung fort. Hier an der Punta Llorona stand das Hinweisschild nach San Pedrillo, doch wir hatten nicht damit gerechnet, was nun noch folgte. Eine steile Bergstrecke von 5 km von LLorona nach San Pedrillo und weitere 2,5 km am Strand entlang, die einige Kraft und Mühe kostete, v.a. dann, wenn man schon seit 3 Uhr nachts auf den Beinen war. Der Weg führte durch feuchten tropischen Regelwald, es ging immer bergauf und bergab, mehrere Bäche waren zu überqueren. An einem der Bäche sahen wir eine grosse schwarze Natter, die dann aber schnell davonflitzte. Nach 5 km kamen wir dann wieder an den Strand, am Horizont sah man die Isla de Caño, die letzten 2,5 km zogen sich dahin;, es war mühsam, am Strand zu laufen. Von Río Pargo nach San Pedrillo musste man nochmal durch einen Küstenwald, dann noch über den Río San Pedrillo und endlich waren wir gegen 1 Uhr mittags in der Estación. 

San Pedrillo liegt vor einer Anhöhe und schön gelegen an einem Fluss mit Blick auf die Isla del Caño und das Meer und verfügt über eine kleine Wiese. Hier darf nur gezeltet werden, Essen ist selbst mitzubringen. Es gibt Dusche und Toilette. Es war erlaubt, das Zelt unter dem Dach aufzubauen. Ein Glück! Denn abends brach ein fürchterliches Gewitter los, das ein Zelt bis auf die letzte Faser samt Inhalt durchnässt hätte. 
Leider kommen sich zuweilen Zeltende und die Tagesausflügler von der Bahía Drake (v.a. Gringos) ins Gehege, denn nach San Pedrillo kommen die Boote der z.T. überteuerten Hotels aus der Drake Bucht für einen bequemen Tagesausflug und dies bereits morgens um 7 Uhr. 
Die Station hatte 2 zahme Pavones-Küken, die hinter allem hinterherrennen, was Beine hat. Um San Pedrillo herum gibt es auch einiges zu sehen, ebenso einen Wasserfall und allerlei Tiere. Der Blick auf den Pazifik ist sehr schön. 

Von hier aus gelangt man auf Senderos und an den Stränden entlang aus dem Corcovado hinaus nach Bahía Drake.

 
Nun der letzte Abschnitt der grossen Corcovado-Tour: Ist man nämlich einmal im Corcovado, so vergisst man leicht, dass auch das "Hinausgehen" aus diesem Park noch einige km und Zeit in Anspruch nimmt. Die Kräfte sollten trotz tagelanger Wanderungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgebraucht sein. Denn nach Agujitas / Bahía Drake sind von San Pedrillo aus weitere 15 km zurückzulegen. 

Von San Pedrillo aus wandert man zunächst am Strand entlang, immer die Isla de Caño im Blick. Auch hier wird man regelmässig vom Gekrächze der roten Aras begleitet. Am Ende des Strandes führt ein Weg wieder in den Wald hinein auf einen von Bananenstauden gesäumten Weg. Der Weg führt auf einen Strand. An einem simplen Zaun eines Hotels endet der Corcovado.

Ein Weg am Strand ist hier sehr beschwerlich, man läuft zT. auf den Wegen der Hotelanlage weiter. Der Weg ist nicht immer eindeutig, es gibt im folgenden auch eine sehr steile Variante, die man nicht gehen, sondern den offiziellen Weg suchen sollte. Ansonsten droht man samt Rucksack den Berg hinabzustürzen. 

Der richtige Weg ist nur sehr spärlich, gar nicht, bzw nur aus der Gegenrichtung kommend ausgeschildert. Der Weg führt zT über einige Steigungen hinauf und hinab. 
Schliesslich gelangt man an die Zäune weiterer Privatgrundstücke, die zT den Eindruck erwecken, man dürfe nicht weiter. Dem ist aber nicht so! Es handelt sich um einen öffentlichen Weg, den man als Wanderer zum/ vom 
Corcovado zu benutzen berechtigt ist. Absperrungen sind hier zu überwinden, bzw. zwecks Weiterkommen zu öffnen und wieder zu verschliessen. Am Wegesrand wachsen zT. köstliche Carambola und Marañones. Auch kommt man an Bananenpflanzungen vorbei. 
Auf unserer Wanderung aus dem Corcovado haben wir immer wieder den offiziellen Weg verloren, ihn aber dann immer wiedergefunden. Zur Orientierung sollte man immer wieder Richtung Strand suchen, dann findet man den Weg. Einige Stellen liegen an Felsen und Bäche, wo es zT. sehr steil ist. Der Weg führt einige Zeit auch an Abhängen entlang. Wenn es sehr steil ist, bietet ein Seil Hilfestellung, gut festhalten!

Nach etwa 2 h ist man an der Playa San Josecito. Die ersten Hotels am Strand finden sich dann wieder im Poor Man´s Paradise. Es folgen mehrere Strände nacheinander, der Weg wird breiter und einfacher. Hier sollte man immer am Strand weitergehen, man kommt an mehreren Hotelanlagen vorbei, Marenco Lodge, Corcovado Tent Camp und weiteren Hotels, die va. von Gringos besucht werden. Hier werden zT. auch völlig überteuerte Preise verlangt. Man sollte wissen, dass das Preisniveau rund um die Bahía Drake deutlich höher liegt als in anderen Gegenden von C.R., teilweise wird das Doppelte / Dreifache als anderswo verlangt. Der erschwerte Zugang zu den einzelnen Buchten aufgrund fehlender Strasse tut sein Übriges. Um Gepäck und mehrere Leuten zu transportieren, braucht man ein Boot. 

Nach weiteren 2 h kommt man an den Río Claro, der zu überqueren ist. In der Nähe findet sich wieder schöner Regenwald, der allerdings zT. nur über die Lodges begehbar ist und das kostet wieder extra. Schön ist die Gegend allerdings und lohnt zumindest einen Ausflug! 
Das nächste grössere Dorf ist Agujitas. Vom Corcovado aus gibt es jedoch dahin keine Strasse, sondern nur den beschriebenen Weg, den man nur zu Fuss beschreiten kann. Die meisten Besucher kommen und gehen jedoch auf dem Wasserweg. Ständig schaffen Boote die Touristen von einer Bucht zur anderen. Man sollte bedenken, dass auch dieser Transport jeweils extra kostet.

Auf dem Weg nach Agujitas liegen Las Caletas, eine schöne von einer Schweizerin geführte Hotelanlage, in der das Preis-/Leistungsniveau stimmt. Der Weg nach Agujitas führt weiter an mehreren Buchten und über die Wege einiger Lodges entlang. Beeindruckend ist die lange Hängebrücke über den Río Agujitas, wo man möglichst schwindelfrei sein sollte. Von oben lassen sich grosse Fische im Wasser entdecken. Der Tiedenhub hier ist beträchtlich, etliche Meter beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut. 

Von Las Caletas nach Agujitas benötigt man ebenso weitere 1 ½ h. Am Strand von Agujitas beginnt dann eine Strasse, die durch den gesamten Ort führt. Eine der günstigeren Übernachtungsmöglichkeiten stellt noch die Mirador Lodge dar. Hier bezahlt man $ 40 p.P. aber mit Vollpension und das Essen köstlich! Allerdings ist der Ober ein Ausbund an Frechheit und Dreistigkeit, der Witze auf Kosten der Gäste macht und mit ihnen umspringt als wären sie eine Kuhherde. Der Kerl gehört abgelöst! So geht man nicht mit Gästen um. Er serviert den Gästen "Katzenmilch" (sic!), stapelt vor ihnen das Geschirr auf dem Tisch, verweist die Gäste an andere Tische, zwingt sie zusammen und serviert Ihnen Essen, das bereits jemand anders zu essen begonnen hatte. Na ja, ich habs dort ins Gästebuch geschrieben, ob´s was hilft? Also Warnung, solange der noch da arbeitet... 
Zum Nachbarort Drake sind es einige Kilometer. Auf dem Weg zum Flughfn. ist der Río Drake zu überqueren. Empfehlenswert ist der Rückweg nach SJO per Flugzeug. Alternativ gibt es auch eine Busverbindung von Agujitas um 4 Uhr morgens (!) nach La Palma, von wo der Bus um 11 Uhr morgens wieder zurückkehrt. Es gibt zwischen La Palma und Bahía Drake tatsächlich eine Strasse, die aber kaum auf einer Karte verzeichnet ist. Eine weitere Alternative besteht dann nur noch in einer Bootsverbindung nach Sierpe. Natürlich wieder kostenintensiver.. 
Ein Flug oder eine Bootsfahrt nach Bahía Drake sind also nicht zwingend. 

Viel Spass bei Erkundungen in dieser Region!

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